Dank Augmented Reality können Besucherinnen und Besucher des Archäologischen Museums Frankfurt das berühmte, drehbare Kultbild des Mithras aus der römischen Stadt Nida (Frankfurt-Heddernheim/Praunheim) jetzt auch in einer farbigen Rekonstruktion erleben.
Über einen in der Dauerausstellung angebrachten QR-Code lässt sich mit dem eigenen Smartphone die kostenlose ZAUBAR-Anwendung starten. Sobald die Kamera auf das Kultbild aus dem Mithräum I von Nida gerichtet wird, erscheint es in seiner originalgetreuen Größe mit farbiger Bemalung auf dem Bildschirm – so, wie es in römischer Zeit ausgesehen haben könnte.
Das farbig texturierte Kultbild erscheint in seiner Originalgröße direkt als Überlagerung des realen Kultbildes. Über virtuelle Info-Punkte können Hintergrundinformationen als Text und Audio abgerufen werden; der im Original ursprünglich drehbare Mittelteil des Kultbildes lässt sich dabei sogar virtuell rotieren.
Die Technik nutzt die Vorteile markerbasierter Augmented Reality: Ein gedrucktes Muster dient als Referenz, die Software erkennt es und sendet den digitalen Inhalt in Echtzeit direkt auf das Smartphone. Besucherinnen und Besucher erhalten so zusätzliche Informationen, ohne dass in das Original-Exponat eingegriffen werden muss.
Das große Mithras-Kultbild aus dem Mithräum I von Nida gehört zu den bedeutendsten Zeugnissen des Mithraskults in Deutschland. Es ist seit Januar 1826 bekannt und wird seit Ende 2022 als Leihgabe der Stiftung Stadtmuseum Wiesbaden erstmals in Frankfurt präsentiert. Die AR-Station eröffnet neue Zugänge zur antiken Religion und ermöglicht zugleich einen innovativen und niederschwelligen Zugang zu den aktuellen Forschungsergebnissen zum Mithraskult. Die Dauerausstellung informiert über die Bedeutung von Nida (Frankfurt-Heddernheim/Praunheim) für die Mithras-Forschung und besonders eindrückliche Objekte wie die mittlerweile weltberühmte Frankfurter Silberinschrift aus dem 3. Jahrhundert. Der Träger des christlichen Amuletts war Zeitgenosse der Mithras-Verehrer.
Die Umsetzung der AR-Station im Archäologischen Museum Frankfurt wurde durch die Förderung aus Digitalisierungsmitteln des Dezernats für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt in Höhe von 9000 Euro und eine Kooperation mit der Berliner Firma ZAUBAR möglich.