wandputz ungereinigt

Wandputz vor der Reinigung

Rot, blau, grün: nur einige von einer Vielzahl an Farbtönen, die einst den Wandverputz des Innenraums eines römischen Großbaus im zentralen Heiligtum der antiken Stadt NIDA (heute Frankfurt am Main-Heddernheim) schmückten. Grabungen des städtischen Denkmalamtes in den Jahren 2016 – 2018 führten in einem über 4000 m² großen Areal zur Aufdeckung des kultischen Zentrums des römischen Frankfurt. Im Bereich des Großbaus fanden sich in einem Mauerausbruch mehr als 5.000 Fragmente des bemalten Putzes. Die Stücke wurden sorgsam geborgen und zur weiteren Bearbeitung der Restaurierungswerkstatt des Museums übergeben. Jedes dieser Stücke, die meisten nicht größer als eine Handfläche, wurden mit Wasserdampf schonend gereinigt. Trotz der großen Zahl an Fragmenten stellen diese nur einen geringen Teil der gesamten verputzen Innenfläche (ca. 20 m²) dar. Somit erschien eine Restaurierung mit der Hoffnung auf den Gewinn einer geschlossenen Fläche bemalten Wandputzes von Vornerein wenig sinnvoll. Dieser Umstand bedingte das Projektziel, zu einer Rekonstruktion der Raumbemalung zu gelangen. In einem ersten Schritt wurden daher alle weißen Putzfragmente aussortiert, da sie keine spezifischen Merkmale aufweisen. Die übrigen ca. 2.000 Putzstücke wurden nun nach Farben und geometrischen Mustern sortiert. Aufgrund dieser ersten Erfassung und Gliederung kann nun basierend auf kunsthistorisch-archäologischen Analysen der Versuch einer Rekonstruktion erfolgen. Dank Fördergeldern der Ernst von Siemens-Kunststiftung ist ein Team von Restauratoren nun in der Lage, mit Hilfe von Pigment – und Mörtelanalysen weitere Erkenntnisse aus diesen herausragenden Funden zu gewinnen.

Thomas Flügen

wandputz gereinigt

Wandputz nach der Reinigung

 

 

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