2HaeusereinesHerrn

ZWEI HÄUSER EINES HERRN

Kirchen und Synagogen um die Jahrtausendwende in der Slowakei

19. März – 1. November 2020

Fotografien im Dialog zum Nachdenken
Ľubo & Monika Stacho

Mit einem Blick machen die phantastischen Innenraumfotografien von Ľubo & Monika Stacho die Diskrepanz zwischen der Möglichkeit aktiv gelebten Glaubens und der Zerstörung dieser Möglichkeit deutlich. Die Form des Diptychons lässt die Motive unmittelbar miteinander ins Gespräch treten. Sie repräsentieren zwei Seiten eines Glaubens an einen gemeinsamen Gott: Auf der einen Seite die christliche, die – wenn auch zur Zeit des Sozialismus eingeschränkt – ihren Gläubigen meist ungebrochen ein repräsentatives Haus bieten durfte. Auf der anderen Seite die jüdische, gebrochen, vernichtet, untergegangen, die Gotteshäuser zweckentfremdet und auch missbraucht. Diese Diptychen funktionieren im ursprünglichen Sinne des Wortes als Andachtsbilder, als Anstoß zum Nachdenken darüber, welchen Verlust die geistige Kultur Europas durch die Shoa erlitten hat. Zugleich sind sie eine Mahnung zur Anerkennung und Vergegenwärtigung der Gemeinsamkeiten, des Glaubens an einen Gott, der die drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam vereint.


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