Die bronzene Schönheit aus Kladina
Das älteste Bieropfer in Mitteleuropa
Der Fund eines großen Eimers aus Bronzeblech, der sog. Situla aus Kladina in Ostböhmen, zählt zu den bedeutendsten archäologischen Entdeckungen der vergangenen Jahre in Mitteleuropa. Das rund 60 Zentimeter hohe Gefäß wurde 2017 entdeckt und stammt aus dem 10.–9. Jahrhundert v. Christus.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den erhaltenen Rückständen im Inneren des Gefäßes. Naturwissenschaftliche Analysen haben ergeben, dass der Kessel einst ein bierähnliches Getränk oder einen Getreidebrei aus Hirse und Kräutern enthielt. Damit liefert der Fund seltene Einblicke in die Ernährungs- und Festkultur der Menschen vor mehr als 3000 Jahren.
Solche gemeinschaftlichen Feiern waren häufig mit Bestattungsritualen und religiös-kultischen Handlungen verbunden. Nach Abschluss der Zeremonien wurden wertvolle Gefäße bewusst deponiert und der Erde übergeben. Die Situla von Kladina eröffnet faszinierende Perspektiven auf die sozialen, religiösen und kulturellen Praktiken an der Schwelle von später Bronzezeit zur frühen Eisenzeit. Zugleich bezeugt sie die außergewöhnliche handwerkliche Kunstfertigkeit ihrer Hersteller.
Termin: Sonntag, 18. Oktober 2026, 14:00 Uhr
Kosten: Eintritt ermäßigt EUR 4,00, Führungsgebühr EUR 5,00/ermäßigt EUR 3,00, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und die Mitglieder der Freunde des Archäologischen Museums zahlen nur die ermäßigte Führungsgebühr
Treffpunkt: Foyer des Archäologischen Museums Frankfurt, Karmelitergasse 1