Die bronzene Schönheit aus Kladina – Das älteste Bieropfer in Mitteleuropa
Das älteste Bieropfer in Mitteleuropa
Der Fund eines großen Eimers aus Bronzeblech, der sog. Situla aus Kladina in Ostböhmen, zählt zu den bedeutendsten archäologischen Entdeckungen der vergangenen Jahre in Mitteleuropa. Das rund 60 Zentimeter hohe Gefäß wurde 2017 entdeckt und stammt aus dem 10.–9. Jahrhundert v. Christus.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den erhaltenen Rückständen im Inneren des Gefäßes. Naturwissenschaftliche Analysen haben ergeben, dass der Kessel einst ein bierähnliches Getränk oder einen Getreidebrei aus Hirse und Kräutern enthielt. Damit liefert der Fund seltene Einblicke in die Ernährungs- und Festkultur der Menschen vor mehr als 3000 Jahren.
Solche gemeinschaftlichen Feiern waren häufig mit Bestattungsritualen und religiös-kultischen Handlungen verbunden. Nach Abschluss der Zeremonien wurden wertvolle Gefäße bewusst deponiert und der Erde übergeben. Die Situla von Kladina eröffnet faszinierende Perspektiven auf die sozialen, religiösen und kulturellen Praktiken an der Schwelle von später Bronzezeit zur frühen Eisenzeit. Zugleich bezeugt sie die außergewöhnliche handwerkliche Kunstfertigkeit ihrer Hersteller.
In der Ausstellung wird eine originalgetreue Kopie der Situla aus Kladina gezeigt.
Eröffnung am Montag, den 5. Oktober 2026, um 18 Uhr: Die Eröffnung wird von einem musikalischen Auftritt der Blaskapelle Pardubická muzika unter der Leitung von Michal Chmelař (Konservatorium Pardubice) mit dem Titel “Wenn das Lied gefunden wird” begleitet. Es werden Volkslieder aus der Region um Pardubice gespielt, aus der das berühmte Bronzegefäß stammt. Am 7. Oktober um 18 Uhr gibt es einen weiteren Auftritt in der KAISERPFALZ franconofurd.
In Kooperation mit dem Ostböhmischen Museum in Pardubice und der Römisch-Germanischen Kommission des DAI. Die Ausstellung findet im Rahmen des Jahres der tschechischen Kultur in den deutschsprachigen Ländern statt, das anlässlich des Ehrengastauftritts Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse 2026 organisiert wird.